7 Frauen, 7 Fragen im November

Wir starten unsere neue Serie “7 Frauen, 7 Fragen”. Jeden Monat stellen wir 7 Frauen, 7 Fragen, zu ihrem Leben, zur aktuellen Zeit. Uns geht es dabei darum, zu zeigen, wie es anderen geht und was wir alle davon vielleicht für unser eigenes Leben mitnehmen können. Wir wollen euch zeigen, wie unterschiedlich Menschen mit Situationen umgehen und auch Krisen meistern. Wir versprechen euch, es wird spannend, lustig und auch überraschend.

In diesem Monat fragen wir nach Gefühlen und Gedanken zum Leben während des Corona-Lockdowns.

Nadine Richter

Nadine Richter

1. Wer bist du?

Ich bin Nadine, gerade 40 Jahre alt geworden und Mama von Lio (15), Noé (13), Lilou (10) und Nell (6) sowie von zwei Kätzchen Tuki und Bijou und Billie, unserem Labrador Welpen. Ich bin Life Coach und leite Frauenkreise. Momentan nehme ich mir die nötige Zeit hier anzukommen. Ich lerne spanisch und Korbflechten und erkunde meine neue Heimat. Ich nehme mir auch bewusst Zeit, meine Kinder durch diese große Lebensveränderung zu begleiten. Es ist sehr spannend zu sehen, dass jeder seinen ganz eigenen Prozess hat. Ich freue mich sehr, in dieser Reihe von 7 Frauen sein zu dürfen.

2. Wo lebst du?

Ich bin vor 4 Monaten zusammen mit meinem Mann und unseren vier Kindern nach Mallorca gezogen. Wir leben am Fuß des Tramuntana Gebirges und verwirklichen unseren Traum, eine kleine nachhaltige Oase zu kreieren.

3. Wie geht es dir heute?

Heute geht es mir sehr gut. Biden & Harris haben die Wahl gewonnen und ich spüre Hoffnung. Mit der Angst und Unsicherheit die momentan um jede Ecke lauert, freue ich mich dass meine Kinder sich an diesen historischen Moment erinnern werden mit Freude und Erleichterung, dass sie erleben, dass jede Stimme zählt, dass es Hoffnung gibt für ihre und unsere Zukunft und dass man an das Gute in dieser Welt glauben muss! 

Heute ist Sonntag und Sonntage sind Strandtage für meine Kinder und mich und zu einem festen Ritual in unserem Leben geworden. Wir gehen baden, schnorcheln, die Strände sind leer, der Horizont, die Berge, der Himmel … einfach wunderschön. So tanken wir Kraft für die kommende Woche. Dafür bin ich sehr dankbar. 

Dankbarkeit ist sowieso mein ‘daily tool’. So verbinde ich mich mit meinem Herzen und komme sofort ins Hier & Jetzt. ‘The present moment is all we have’ ist mein Lieblingssatz. Ob ich am Strand sitze mit Sonne im Gesicht und den Füssen im Sand, ob ich meine Wäsche aufhänge oder mich mit meinen Teenager-Kindern streite, Dankbarkeit ist mein Weg zur Achtsamkeit. 

4. Was hast du aus dem letzten Lockdown mitgenommen?

Dass wir zu viel mehr fähig sind, als wir manchmal denken, als Mensch, als Familie und als Gesellschaft. Dass das Tempo meines bisherigen Leben viel zu schnell war. Ich bin da hinein gerutscht, irgendwann als Erwachsene. Dann wurde ich Mutter, ohne mir wirklich bewusst die Frage zu stellen, ob ich so ein schnelles Leben führen möchte. Die Antwort fand ich während des ersten Lockdowns: Nein! Ich weiß jetzt:
… dass ich mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen möchte,
… dass weniger mehr ist,
… dass wunderschöne Dinge entstehen, wenn man Zeit hat, 
… dass ich meine eigene Gesellschaft mittlerweile richtig gerne mag, 
… dass der Wille kontrollieren zu müssen, das Kind der Angst ist,
… dass Präsenz alles ist, egal was ich tue,
… dass man manche Dinge einfach akzeptieren muss und das ist gar nicht so leicht. 

Während des Lockdowns hat mir das Bild von uns in unserem Garten auf Mallorca wahnsinnig viel Kraft gegeben. Diese Erfahrung war eine Bestätigung für uns als Paar, dass wir die richtige Entscheidung für uns getroffen haben, die Stadt zu verlassen und ein einfacheres und nachhaltigeres Leben zu führen. 

5. Was möchtest du diesmal anders machen?

Diese Frage ist schwierig, weil diesmal alles anders ist und wir momentan hier in Spanien keinen Lockdown haben. Sollte es dazu kommen, werden wir die FREIHEIT, die wir hier haben sehr geniessen und wertschätzen. Wir sind von der Stadt aufs Land gezogen, aus einer grossen Wohnung in eine mini casita, haben dafür einen riesigen Garten mit Blick auf die Berge. Die erinnern uns ständig daran, dass es etwas viel Grösseres gibt, als wir es sind. Diese Demut tut unseren Egos gut. 

6. Was machst du gerade um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Ich folge meinen Impulsen Neues zu entdecken. Ich gehe montags wandern, sonntags ins kalte Meer baden, ich lerne Spanisch und nehme an einem traditionellen Web-Kurs teil. Ich mache ganz bewusst Sachen, die mich lebendig fühlen lassen. Die mein inneres Kind glücklich machen! Manchmal reicht es sogar, mit meinen Kindern laut zu singen oder eine kalte Dusche zu nehmen. 

7. Wenn alles vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Meine Lieblingsfrauen aus Berlin zu mir einladen und mit ihnen im Kreis sitzen! Die grösste Herausforderung für mich ist, meine Herzensmenschen nicht sehen zu können. Aber sogar das hat den Vorteil, dass man ganz bewusst spüren kann, welche Menschen einem wirklich wichtig sind. Alles was oberflächig oder unwichtig ist, fällt momentan weg und was bleibt ist das Wesentliche. Wie schön und wie schwierig! Wir sind es gewohnt viel Ablenkung zu haben.

Dankeschön, liebe Nadine!

Tina Schütze

Tina Schütze

1. Wer bist du?

Meine Name ist Tina Schütze, ich bin in Karl-Marx-Stadt geboren, habe in Leipzig Journalismus, Theater- und Kulturwissenschaften studiert. Bin dann nach einem großartigen Sommer in London, lieber nach Berlin als zurück nach Leipzig gegangen. Bis zur Geburt meiner Kinder habe ich in verschiedenen TV Redaktionen gearbeitet. Dann wollte ich mehr Zeit für die zwei Nasen und hab mich für eine Kehrtwende entschieden. Erst wurde ich Fitness-Trainerin, dann Personal Trainerin mit Schwerpunkt Frauen und Mütter, kam so zur Achtsamkeit und Meditation und bin seit einigen Jahren Mindfulness Mentorin, schreibe Bücher, hab internationale Frauen-Retreats organisiert, hab mich an einem Podcast („Let’s talk body!“) ausprobiert und viel Zeit mit Menschen und ihren Fragen an ihren Körper und ihr Leben verbracht … und mit mir selbst. Meinen Fragen ans Leben, meinen Träumen und Wünschen … und auch meinen Ängsten. Ich möchte meinen Kindern gern eine Welt hinterlassen, in der Menschen keine Angst voreinander haben. Was kann ich also tun, um an einer Gesellschaft ohne Angst mitzuwirken? Wo kann ich ansetzen? Wie kann ich mich einbringen? Was kann ICH tun? Das hat mich so lange beschäftigt, bis ich eine Lösung gefunden hatte. MeTAzeit – Meditation, Training und Achtsamkeit in der Schule. Das wird sicher nicht all unsere Probleme lösen, doch der neuen Generation Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung, Mitgefühl und hoffentlich auch Lebensfreude vermitteln. Es geht darum, neben Unterricht und Pausenzeiten mit MeTAzeit eine neue Zeitqualität im Schulalltag zu etablieren. Eine Zeit für Bewegung, gemeinsame Rituale, Austausch, Ruhe oder wild sein – je nachdem was die Kinder (und auch die Pädagog*innen) in diesem Moment brauchen. Das ist meine Vision, meine Mission, mein Purpose.

2. Wo lebst du?

Ich lebe mit meinen Kindern in Berlin.

3. Wie geht es dir heute?

Sehr gut. Ich bin sehr glücklich und dankbar.

4. Was hast du aus dem letzten Corona-Lockdown mitgenommen?

Hüftgold. Und die Erkenntnis, dass wir ein gutes Team sind, meine Familie und ich. Wir sind ein ziemlich bunter Haufen, auch alle starke Charaktere, leider auch sehr verstreut, aber das macht nix. Ich habe noch einmal sehr gut sehen können, wie gut wir einander sein lassen können und gleichzeitig extrem gut zusammenhalten und uns aufeinander verlassen können. Das war superschön!

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Vorsätze habe ich keine. Wir haben es uns schon im Frühling ziemlich gut gehen lassen und unsere Tage von Anfang an direkt gut strukturiert. Das war wichtig und hat uns sehr gut getan, daher werden wir das auch wieder machen. Da die Schulen offen bleiben, wird das auch wesentlich einfacher. Auch wieder Sport, lecker Essen (obwohl ich mir vorgenommen habe die vier Wochen auf Zucker und Vino zu verzichten. Mal schaun, wie’s klappt. Weniger wegen dem Hüftgold, sondern dem Wohlbefinden. Es tut mir einfach nicht gut.), eine schöne Zeit zusammen, aber auch genug Freiraum für jede(n) Einzelne(n).

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Ich mach mir weniger Druck. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Ich schau jeden Tag was ich will und bleibe offen für Möglichkeiten. Bleibe mutig und voller Vertrauen. Die Natur produziert nichts aus Gemeinheit, schlechter Laune oder Zufall. Alles ist wichtig. Es geht mir besser, wenn ich das akzeptiere, mich den Umständen wach und bewusst hingebe. Nix erzwinge und dennoch fokussiert bleibe und neugierig. Und natürlich fröhlich!

7. Wenn der Lockdown vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Kommt darauf an, wie sich das angefühlt hat und was ich gelernt bzw vermisst habe. Aus heutiger Sicht ganz klar: Reisen. Fliegen am liebsten gar nicht mehr, aber andere Länder, Landschaften, Formen, Farben, Licht, Gerüche, Kulturen, … das fehlt mir schon sehr. Auch „Urlaub planen“. Träumen, recherchieren, buchen und sich darauf freuen, … das hat ja alles gerade den Beigeschmack von „Lieber nicht.“ Und „Na, ob das was wird?!“. Obwohl ich im Sommer Deutschland zu erkunden auch toll fand. Auch freue ich mich darauf viele Freunde auf einmal zu sehen, abknutschen und laut zusammen lachen. Spontan ins Kino oder Theater gehen. Überhaupt spontan etwas unternehmen. Endlich sind meine Kinder Teenager und ich könnte mich wieder meinen eigenen Launen hingeben und mich kurzfristig für schöne Unternehmungen entscheiden, muss nun jedoch für alles und überall vorher time slots buchen.

Ach, alles hat seine Zeit. Nun ist es eben so … und es kommen auch wieder andere Zeiten.

Dankeschön, liebe Tina!

Jule Pumpe

Jule Pumpe

1. Wer bist du?

Ich bin Jule Pumpe, Mutter 3er Kinder, freiberufliche Hebamme, seit knapp 20 Jahren.

12 Jahre war ich Teil des Teams der Hebammengemeindschaft in Havelhöhe. Zur Zeit fahre ich vor allem mit dem Rad und rotem Rucksack auf dem Rücken quer durch Berlin und betreue Frauen während und nach der Schwangerschaft. Zwischendurch habe ich nochmal angefangen zu studieren, es aber ruhen gelassen, weil ich mich selbst finanzieren musste und mit Diensten und Nachsorgen keine wirkliche Zeit zum Studieren mehr blieb.

Irgendwann würde ich gern zurück nach Havelhöhe, das Team, das Arbeiten dort und der Ort selber sind eines der grossen Glücksgriffe in meinem Leben.

2. Wo lebst du?

Aufgewachsen bin ich am Meer und lebe jetzt schon seit knapp 21 Jahren in Kreuzberg. Zwischendurch habe ich kurz zwischen Hamburg und Lübeck als Hausgeburtshebamme gearbeitet, und in Hamburg gelebt. Die Sehnsucht nach meinem Freunden in Berlin hat mich nach 2 Jahren zurück nach Berlin geholt.

3. Wie geht es dir heute?

Heute, jetzt gerade geht es mir gut. Im Oktober hatte ich das erste Mal in diesem Jahr ein paar Tage ohne ständig brummendes Telefon und wenig bis keine Hausbesuche. Ich hatte Zeit mal rum zu sitzen, im Garten zu werkeln, die Kinder jeden einzeln für sich zu schnappen und Zeit ohne Termindruck zu verbringen. Dass hat mich sehr sehr froh gemacht.

4. Was hast du aus dem letzten Corona-Lockdown mitgenommen?

Nur noch von Tag zu schauen und nur grob die Woche zu planen. Die Energie für maximal flexibel sein ging bei mir leider irgendwann überhaupt nicht mehr. Durch meinen Beruf bin ich es gewohnt, dass kein Tag so endet wie er ursprünglich geplant war. Ich bin wirklich in die Knie gegangen, nach all den Monaten der Doppelbelastung und ständigem Neuordnung von Alltagsabläufen.

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Homeoffice ist ja bei mir leider nicht möglich, aber ich werde weniger Hausbesuche machen müssen und noch mehr telefonieren, um meinen Kindern und deren Bedürfnissen gerecht zu werden. Wir haben uns mit zwei Familien fest verabredet, dass wir die Kinder immer wieder aufteilen, und so alle mal Pause voneinander haben. Nach 6 Monaten Dauerfamilienzeit waren wir alle ganz schön angestrengt voneinander. Wir hatten quasi eine Überdosis Familienleben. Die Geduld für jeden Einzelnen war erschöpft, und es gab soviel Reibereien. Das war zu allem Fädenzusammenhalten und Arbeiten sehr kräftezehrend.

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Dank meiner Freundin Janja stricke ich jetzt, und das ist für mich mitten im Trubel eine kleine Insel. Ich brauche nicht viel Zeit für mich, Gott sei dank. Aber abends brauche ich einmal das Gefühl von Feierabend, wenigstens für 30 Minuten.

7. Wenn der Lockdown vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Ein Tag auf dem Land, mit Lieblingsleuten. Und husten, ohne dass neben mir jemand zusammenzuckt 😉

Dankeschön, liebe Jule!

Inanna Fronius

Inanna Fronuis

1. Wer bist du?

Ich heiße Inanna Fronius und ich bin Vollzeit und mit ganzem Herzen freiberufliche Yogalehrerin.

2. Wo lebst du?

Ich bin seit über 10 Jahren Wahlberlinerin, manchmal begeistert, manchmal mit gemischten Gefühlen.

3. Wie geht es dir heute?

Ich bin selbst etwas erstaunt, aber mir geht es sehr gut. Die Sonne scheint und ich freu mich darauf, in den nächsten Wochen ein paar Projekte zu haben, so dass ich gut zu tun haben werde und es fühlt sich auch gerade nicht so sehr nach Lockdown an, da mehr Leben auf den Straßen ist.

4. Was hast du aus dem letzten Corona-Lockdown mitgenommen?

Dass so eine “Zwangsentschleunigung” auch etwas Gutes haben kann. Ich habe mir erlaubt, langsamer zu sein, vieles zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen. Was ist mir wichtig, was nicht, was kann gehen, was soll bleiben. Und ich habe es sehr genoßen viel Zeit in der Natur zu verbringen.

Mein größtes Learning war aber vielleicht, dass viele Dinge, bei genauerer Betrachtung nicht so unglaublich wichtig sind, wie sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheinen. Die Welt geht nicht unter, wenn eine Email mal nicht direkt noch spätabends beantwortet wird. Das Leben ist zu kostbar, um wegen Kleinigkeiten den Blick für das Wesentliche zu verlieren.

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Die Situation fühlt sich dieses Mal sehr viel nüchterner an und weniger bedrohlich als im März. Fast schon wie eine gewisse Routine, alles eben wieder online zu machen. Ich bin nicht sicher, was ich anders machen möchte, aber ich möchte die nächsten Wochen nutzen, um konzeptionell zu arbeiten, mir Gedanken machen, wie ich mein Herzprojekt Inanna Yoga weiter ausbauen kann, online und offline.

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Liebevoll und nachsichtig mit mir selbst zu sein, wenn die kritische innere Stimme wieder lauter wird. Akzeptieren, dass alles sein ganz eigenes Tempo hat, um sich zu entwickeln und zu wachsen. Und natürlich Yoga … und Mittagsschlaf 🙂

7. Wenn der Lockdown vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Nach Bali reisen! Ich hatte das große Glück dort in den letzten Jahren öfter zu sein und vermisse es schrecklich! Obwohl ich mittlerweile mehr mit mir selbst hadere, was Fernreisen und deren Notwendigkeit angeht, aber es ist einfach so wunderschön dort!

Dankeschön, liebe Inanna!

Amelie gr. Darrelmann

Amelie gr. Darrelmann

1. Wer bist du?

Hi, ich bin Amelie gr. Darrelmann. Ich sehe mich selbst als einen intuitiven Freigeist. Eine interdisziplinäre Herangehensweise war schon immer der rote Faden in meinem Leben.

Ich bin Kunsthistorikerin, Romanistin und Mitbegründerin von KubaParis – einer unabhängigen Zeitschrift für junge Kunst, bei der ich bis 2018 als Editor in Chief gearbeitet habe. Mein Interesse für zeitgenössische Kunst und meine Begeisterung für das kreative Schreiben und Denken gehen einher mit einer Vorliebe für Struktur und Zahlen.

Es macht mir Freude, kreative Prozesse umzusetzen und einen wirtschaftlichen nachhaltigen Rahmen zu schaffen. Mit Freundinnen bauen wir momentan die Waldresidency bei Berlin auf. Künstlerinnen haben hier die Möglichkeit, ohne Einflüsse von außen, aktiv zu werden und in einen echten Kontakt mit der Natur und allen Beteiligten zu treten.

Als Fan von positiver Veränderung und lebenslangem Lernen erlebe ich die Welt der neuen Arbeit mit großer Offenheit. Modernes Arbeiten bedeutet für mich, dass ich mich als ganze Person einbringen darf. Es ist mir wichtig, dass sich ein Team schnell an den Zeitgeist anpassen kann, ohne an starren Prozessen und Abläufen festzuhalten. Im November 2020 schliesse ich meine Ausbildung zum New Work Professional in der Schule für neues gutes Arbeiten – Les enfants terribles ab. 

2. Wo lebst du?

Ich lebe und liebe mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Berlin.

3. Wie geht es dir heute?

Ich komme gerade von meinem Bootsführerscheinkurs und habe den ganzen Tag draußen verbracht. Ich fühle mich ausgeglichen und erholt. Nachdem Wahlkrimi in den USA und dem Sieg von Biden und Harris einmal mehr.

Ob Biden ein guter Präsident wird, sei dahingestellt, dennoch bin ich heilfroh, dass ein narzisstischer, Gewalt verherrlichender, Rechtspopulist abgewählt wurde. Ein Mann, der manipuliert und die Wahlergebnisse und kritische Berichterstattung als Fake bezeichnet, sobald er sich bedroht oder angegriffen fühlt. Ein Präsident, der Aussagen über Frauen, POC, LGTB Community geäußert hat, die ich zutiefst verachte. Seine gewaltvolle Sprache, seine Behauptungen ohne Substanz und sein unmenschliches, um sich selbst drehendes Gebaren wurden im Wahlkampf einmal mehr deutlich und haben endlich ein Ende. Zumindest bekommt er die Plattform nicht mehr. Der Gedanke daran macht mich glücklich. Jetzt hoffe ich, dass Biden und Harris positive Veränderungen voran bringen und wieder eine menschliche Sprache etablieren. 

4. Was hast du aus dem letzten Corona-Lockdown mitgenommen?

Als im April die Kita und Schulen geschlossen worden sind, saßen wir von einem auf den anderen Tag mit unserem 9jährigen Sohn und unserer 5jährigen Tochter in unserer kleinen aber feinen 70-m2-Wohnung fest. In den ersten zwei bis drei Wochen war das für uns eine riesige Umstellung. Das Jonglieren zwischen Homeschooling, Spielen, Kochen, Aufräumen und Arbeiten war eine anspruchsvolle Herausforderung. Ich arbeite im Personalbereich und mein Mann ist Teamlead. Wir mussten wichtige Teamentscheidungen treffen, sensible Gespräche führen und gleichzeitig immer noch fürsorgliche Eltern sein. Wir sind alle Gewohnheitstiere und halten ein bestimmtes System aufrecht, an dem nicht gerüttelt werden darf. Nach ca. drei Wochen haben wir uns neu gefunden. Ich nehme mit, dass jeder andere Bedürfnisse hat und es wichtig ist, immer darüber zu sprechen und diese Ernst zu nehmen, Gelassenheit und dass Familie für uns immer an erster Stelle kommt. Was ich darüber hinaus noch mitnehme ist, dass es das allerwichtigste ist, an Freunde und Menschen zu denken, die alleine sind. Physical not social distancing!

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Nicht versuchen, das gleiche Tempo hochzuhalten. Kundinnen oder andere Geschäftspartnerinnen an der privaten Situation teilhaben lassen. Auch sie haben vermutlich Kinder, die gerade nicht durch das Wohnzimmer laufen dürfen, weil die Wohnung zum Büro umstrukturiert wurde. Kinder auch in Calls sichtbar machen. Nicht zur Lehrerin für die Kinder mutieren. Sich trauen, das Pensum des Homeschoolings in Frage zu stellen und nicht die Kinder für das System passend zu machen. Das Chaos in der Wohnung auszuhalten und lieber mit den Kids zu spielen, als ständig aufzuräumen. 

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Ich mache einmal in der Woche High Intensity Training und nutze darüber hinaus das Online-Angebot von John Reed. Sport war immer schon ein wichtiger Ausgleich für mich. Das klappt wunderbar im Homeoffice, da der längere Anfahrtsweg zur Arbeit wegfällt.

Fiona Brady, eine geniale Körpertherapeutin der Grinberg Methode® arbeitet mit mir daran, meine Wahrnehmung auf den eigenen Körper zu erhöhen, lähmende Muster wahrzunehmen und loszulassen.

Was im Haus nicht fehlen darf sind CBD Öl, Rotwein & Bier, gute Musik und Bücher. 

7. Wenn der Lockdown vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Als leidenschaftliche Surferin packe ich meine Familie ein, fahre mit ihr spontan an die französische Atlantikküste und hänge jeden Tag von früh bis abends gemeinsam am Strand und im Wasser rum.

Dankeschön, liebe Amelie!

Birgit Amelung

Birgit Amelung

1. Wer bist du und wo lebst du?

Hallo, ich bin Birgit, Optimistin, immer hands-on und strategisch denkende Kreative. Als Neo-Generalistin oder auch Allround-Spezialistin ist es meine Passion, starke Botschaften und inspirierende Bildwelten für Menschen, Marken und Unternehmen zu kreieren und ihnen dabei zu helfen, ihr ‚Bigger Picture‘ zu definieren. Dabei komme ich je nach Bedarf als Creative Director, Markenstrategin, Texterin, Workshop-Moderatorin und/oder Filmemacherin zum Einsatz. Ich bin außerdem Initiatorin und Gründerin des Frauennetzwerks HER GERMANY und Mitgründerin der Kunstplattform ART PERSPECTIVES. Ich liebe es, kreative Impulsgeberin zu sein und neue Ideen in die Tat umzusetzen!

Ich lebe mit meinem Mann und 2 Kindern (4 Jahre und 6 Monate) im schönen Berlin-Rummelsburg – ruhig und grün direkt am Wasser und trotzdem zentral mit Berlin City Vibes. Vom meinem Wohnzimmer aus sehe ich sogar den Fernsehturm. Sozusagen the best of both worlds.

2. Was ist die eine Sache, die Freund*innen an dir besonders schätzen?

Auf Nachfrage zusammengefaßt zwei Sachen: 1. Dass sie immer auf mich zählen können. 2. Meine positive Energie.

3. Wie geht es dir heute?

Müde aber glücklich und voller Tatendrang.

4. Was hast du aus dem letzten Corona-Lockdown mitgenommen?

Dass so eine Ausnahmesituation auch unbändige Energie und Kreativität freisetzen kann. Dass ohne Unterstützung und Austausch in diesen Zeiten gar nix geht. Ich habe gelernt, dass Entschleunigung mir verdammt gut tut und ich gar nicht mehr zurück möchte zu der Hektik, dem Termin- und Reisemarathon, der vorher meinen Alltag geprägt hat. Zumindest nicht in dem Umfang. Ich fühle Demut und Dankbarkeit: Für meine Familie, Freunde, unser schönes Zuhause und unser privilegiertes Leben.

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Ich möchte noch mehr mit dem Flow gehen und annehmen, was ist. Und nicht anders aber immer wieder: Das Beste aus der Situation machen, optimistisch bleiben und die Ruhe genießen.

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Die Zeit dafür ist aktuell aufgrund von viel Arbeit und kleinem Baby zuhause rar, umso mehr genieße ich zur Zeit abends wenn die Kinder im Bett sind meine Yogasession und Meditation mit Kerzen, Ölen und Musik. Ich erlaube mir Zeit mit Freundinnen: Telefonieren, Spazieren gehen, Lunch to Go, Adventskranzbasteln. Auch mal ohne Baby. Für mich eine der größten Kraftquellen. Und: Lesen! Jeden Abend ein paar Seiten, bis die Augen von alleine zufallen.

7. Wenn alles vorbei ist, was möchtest du zuerst machen?

Group Hugs! Und dann Tanzen gehen und alles loslassen.

Dankeschön, liebe Birgit!

Stine Lethan

Stine Lethan

1. Wer bist du?

Ich heiße Stine Lethan, ich komme aus Kopenhagen. Ich bin Yoga-Lehrerin und bin mit dem ganzen Herzen im Yoga verankert. Meine Freunde schätzen besonders meine positive Art und mein Lebenselixier an mir.

2. Wo lebst du?

Ich wohne mit meinem Mann und zwei Söhnen in Berlin.

3. Wie geht es dir heute?

Mir geht es gut, Danke. Ich übe in einer Konstanten, in einer innerlichen Balance und im Ausgleich zu sein und suche gerade nicht das Extreme.

4. Was hast Du aus dem letzten Corona Lockdown mitgenommen? 

Ich habe gelernt, dass ich nichts kontrollieren kann, dass alles konstant im Wandel ist. Ich habe gelernt, loszulassen und, das was wirklich Bedeutung hat, zu nähren und zu pflegen: Mein Herz und Kernwerte, meine nahen Beziehungen zu meiner Familie und zu meinen Freunden.

5. Was möchtest du dieses Mal anders machen?

Diesmal will ich gelassen und ruhiger bleiben. Ich lasse los und kämpfe zum Beispiel nicht darum, geplante Projekte festzuhalten. Es ist nicht das Gleiche, wie aufzugeben. Ich akzeptiere, lasse los und bringe meine Energie in etwas anderes, was funktioniert. Ich vertraue, dass es einen größeren Plan gibt und ich weiß, dass ich viel lerne, über mich selbst und andere, wenn ich bewusst durch die Prozesse dieser verrückten und schwierigen Zeit gehe.

6. Was machst du gerade, um dir ganz persönlich Gutes zu tun?

Ich gehe in der Natur spazieren, ich lese inspirierende Bücher zum Beispiel von Marianne Williamson: A return to love oder Eckhart Tolle: The Power of Now. Ich mache lange Badewannen-Rituale mit Lavendelöl und Kerzen und ich schreibe und beschreibe meine Gedanken und Gefühle in mein Tagebuch. Ich tanze Zuhause zu lauter Musik: zum Beispiel Soul to Soul, Neneh Cherry oder Lauryn Hill. Und ich gehe früh ins Bett, um meine innere Balance zu bewahren.

7. Wenn alles vorbei ist was möchtest Du zuerst machen?

Menschen wieder umarmen, Tanzen gehen und mit meiner Familie verreisen. Und wahrscheinlich auch gemeinsam erst etwas weinen vor Erleichterung, dass es vorbei ist, aber auch in Andenken an uns alle und wie intensiv das hier war auf allen Ebenen.

Dankeschön, liebe Stine!

Das war die erste. unserer “7 Frauen, 7 Fragen” Wie man den Corona-Lockdown gut übersteht, erfahrt ihr in Sandras Artikel Kopf hoch // Wie Körperhaltung die Stimmung beeinflusst.

Fotos: Tina Schütze: Grit Siwonia, Birgit Amelung: Lydia Gorges, Stine Lethan: Nela König, Amelie gr. Darrelmann: Christoph gr. Darrelmann

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